Im Teil 2 stellen wir die beiden jüngsten Starter aus Ottobrunn vor, Ben und Steffen. Beide sind Jahrgang 2006 und haben in der laufenden Saison beeindruckende Leistungssprünge hingelegt, die jetzt mit einem einwöchigen Trip zu den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin belohnt werden. 

Focus: Vor jedem seiner Rennen ist Ben in einem Tunnel wie zuletzt beim Arena-Meeting in Regensburg, wo er das 50m Brust Finale gewann.

Benjamin Mai ist bereits 13 Jahre alt und wohnt in Otterfing im Landkreis Miesbach. Er besucht die siebte Klasse am Gymnasium in Holzkirchen und trainiert seit acht Jahren beim SV Ottobrunn. Der amtierende Vereinsmeister im Jahrgang 2006 holte sich im letzten Jahr die Silbermedaille bei den Oberbayerischen Meisterschaften über 100m Rücken in Rosenheim und machte in diesem Jahr bei den Süddeutschen Meisterschaften in Wetzlar mit einem fünften Platz über 50m Brust – seiner Hauptlage – auf sich aufmerksam. Und weil ein Sprinter kein echter Sprinter ist, wenn er nicht auch schnell Kraul schwimmen kann, knackte er völlig überraschend in Wetzlar auch noch die Quali-Zeit für die DJM über 50m Freistil. 

Ben beherrscht die Brust-Technik und hofft, durch den kontinuierlichen Kraftaufbau in den letzten Monaten auch in Berlin ein Wort über 50m mitreden zu können.

Der jüngste Ottobrunner Sprinter hat dieses Jahr viel am Kraftaufbau gearbeitet, sieben bis zehn Klimmzüge und 50 Liegestütze gehören zu seinem Standard-Programm. Auf die Frage, warum er von Otterfing unbedingt zum SVO wollte, antwortet er „…weil das für uns der nächstgelegene und qualitativ beste Schwimmverein war. Und ich bin jetzt da quasi schon immer.“

Beim Trainingslager in Lignano war ihm das „Straftraining am Strand“ zu anstrengend, warum er allerdings zum Straftraining musste hat er nicht verraten – Jungs halt!

In Berlin will Ben 

„… gut schwimmen, eigentlich sehr gut schwimmen … sehr, sehr gut schwimmen.“

und danach ?

„… Party – ne: weiter mit dem Training.  Nach der Saison ist eben auch wieder vor der Saison.

Beinahe wäre es mit der DJM nichts geworden, denn Ben war von Februar bis April wegen eines HWS Traumas krankgeschrieben und durfte lange nicht schwimmen, er hat auch das Trainingslager daheim in den Faschingsferien verpasst und war gerade eben so wieder fit fürs Trainingslager in Lignano. Zu allem Überfluss hat Ben sich zwei Wochen vor der DJM noch einen Infekt eingefangen und musst auch da nochmal eine Woche daheim bleiben.

Der zweite `06er ist Steffen Müller. Der -noch- 12jährige wohnt in München und besucht dort das Wilhelmsgymnasium in der 7. Klasse. Er schwimmt seit 2012 im SV Ottobrunn und musste den Jahrgangs-Vereinsmeistertitel nach 2017 letztes Jahr an seinen Kumpel Ben abgeben. Steffen gewann 2018 die Bronzemedaille bei den bayerischen Meisterschaften im Schüler-Mehrkampf Rücken. Im gleichen Jahr wurde er oberbayerischer Meister. Dieses Jahr schrammte er bei den Süddeutschen Meisterschaften nur um wenige Hundertstelsekunden an der Bronzemedaille über 200m Rücken vorbei, die Lage, in der jetzt auch in Berlin an den Start gehen wird. Der Rücken-Langstreckler ärgert sich, dass es keine längeren Rückenstrecken gibt, gerne würde er mal 1500m Rücken im Rennen schwimmen.

An dieser Stelle schickt Steffen auch einen schönen Gruss ins Kogler Sporthotel in Mittersill, wo er am liebsten ins Trainingslager geht. Aber auch da ist er nicht vor seiner „schlimmsten Trainingseinheit“ sicher, 30 mal 200 in der Hauptlage. Aber in Berlin kann er jetzt die Früchte der harten Trainingseinheiten der Saison ernten. 

Das Element Wasser ist Steffen’s Ein und Alles, das setzt er auch in seiner Freizeit um, wenn er nicht grade im Phönix-Bad trainiert, dann geht er nämlich zum Angeln. Vielleicht gelingt es Steffen ja, in Berlin die beiden Hobbys zu vereinen und einen schönen Erfolg aus dem schnellen Becken der Berliner Schwimm- und Sprunghalle im Europapark zu fischen. 

Im letzten Teil der Athleten-Porträts stellen wir am Dienstag Xaver, Julius und Emil vor.

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